Zwar gibt es, zumindest in der Westkirche, noch eine zweite Fastenzeit, meist ist aber mit diesem Begriff der Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf das Hochfest Ostern gemeint. Eine weitere Bezeichnung für diesen Zeitraum, der 40 Tage andauert, ist Quadragesima (aus dem Lateinischen).

Fastenzeit außerhalb der Westkirche

In den reformatorischen Kirchen wird der Zeitraum vor Ostern Passionszeit genannt. Für die orthodoxen Kirchen ist es die heilige und große Fastenzeit, denn in diesen Kirchen gibt es noch drei weitere Fastenzeiten.

Weitere Fastenzeit in der Westkirche

Zur Vorbereitung auf Weihnachten kennt die Westkirche noch eine zweite, ursprünglich ebenfalls 40 Tage andauernde Bußzeit, und zwar den Advent, bzw. die Weihnachtszeit. Diese Fastenzeit beginnt nach dem 11. November, dem Martinstag. An diesem Tag wurde noch eine Martinsgans gegessen, ehe dann die Fastenzeit begann. Und heute beginnt am 11.11. inoffiziell die Karnevalssession. Allerdings sind es vom 11. November bis heilig Abend deutlich mehr als 40 Tage. In dieser Fastenzeit sind die Sonntage vom Fasten ausgenommen.

Fastenzeit

Eine 40 Tage dauernden Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest ist wohl bereits seit dem 4. Jahrhundert bekannt. Diese Periode galt als Bußzeit für öffentliche Sünder und gleichzeitig als Vorbereitungszeit der Katechumenen (Taufbewerber) auf die Taufe, die damals nur in der Osternacht gespendet wurde.

Von wann bis wann geht die Fastenzeit heute?

Die 40tägige Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und geht bis Palmsonntag (dem Sonntag vor Ostersonntag). Denn mit Palmsonntag beginnt die heilige Woche. Bei dieser Zählweise sind die Sonntage bei der Fastenzeit mit drin. Die österliche Bußzeit in der römisch-katholischen Kirche dauert heute allerdings von Aschermittwoch bis zum Berginn der Messe vom letzten Abendmahl am Gründonnerstag. Da bestimmte Tage, wie zum Beispiel Mariä Verkündigung (25. März) oder auch der Josefstag (19. März) ausgenommen sind, dauert diese Fastenzeit eben länger als die 40 Tage, allerdings wird nicht an jedem Tag gefastet.

Warum dauert die Fastenzeit ausgerechnet 40 Tage?

Die Zahl 40 kommt in der Bibel wohl öfters vor. So befand sich Jesu 40 Tage in der Wüste und fastete da. Die Sintflut soll 40 Tage gedauert haben und das Volk Israel brauchte für seinen Zug durch die Wüste immerhin 40 Jahre. Mose verbrachte auf dem Berg Sinai 40 Tage in der Gegenwart Gottes. Und der Prophet Jona verkündete der Stadt Ninive eine Frist von 40 Tagen, um in dieser mit Fasten und Büßen Gott zu bewegen, den Untergang von der Stadt abzuwenden.

Warum die Fastenzeit aber ausgerechnet 40 Tage dauert, dafür gibt es wohl keine ganz genaue Antwort.

Fastenzeit heute

Nicht nur Christen und nicht nur römisch-katholische Christen beteiligen sich inzwischen an der 40tägigen Fastenzeit vor Ostern. Es gibt inzwischen viele Menschen, die diese Zeit für eine kleine Pause nutzen. Nicht immer wird dabei auf Fleisch oder andere Genussmittel verzichtet, verzicht wird auch in anderen Bereichen geübt, zum Beispiel bei der Nutzung von Mobiltelefonen, Internet, anderen Medien.