Die Faschingszeit wird scherzhaft gerne auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet. Die Wurzeln für dieses Fest vor Beginn der Fastenzeit zu Ostern liegen dabei wohl in vorchristlicher germanischer Zeit. Damals war der Frühling eine wichtige Zeit. Schließlich beendet diese Zeit den Winter, die Arbeit in der Natur und auf den Feldern begann wieder. Der Frühling hatte etwas von einer Wiedergeburt der Natur, die Tage wurden länger, das Licht der Sonne wärmte, das Leben regeneriert sich. Und so feierten die Menschen das Ende der Dunkelheit. In unseren Breitengraden hat sich bis heute der Fasching durchgesetzt. In Spanien gibt es aber auch noch andere Feierlichkeiten rund um das Ende des Winters. So wird in der Region rund um Valencia am 19. März ein Feuerfest gefeiert, die Fallas, bei denen bunte Figuren verbrannt werden. Auch dieses Fest markiert das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings. Anders als unser Karneval finden die Fallas aber jedes Jahr an einem festen Termin statt und sind mit ihren Feierlichkeiten nicht an das Osterfest gebunden.

Alle Jahreszeiten

  • Frühling
  • Sommer
  • Herbst – und –
  • Winter.

Plus eben die fünfte Jahreszeit, in Karnevalshochburgen eben die Faschingszeit, die Zeit bevor die 40 Tage andauernde Fastenzeit vor Ostern beginnt.

Wie lange dauert die fünfte Jahreszeit?

Wobei die fünfte Jahreszeit, wenn es sich um die Faschingszeit handelt, im Spätherbst (11.11.) beginnt und dann bis in den tiefen Winter läuft. Es ist allerdings möglich, dass Fasching zumindest teilweise nach dem 1. März und damit nach dem meteorologischen Sommeranfang gefeiert wird. Schließlich endet die Karnevalssaison mit Aschermittwoch, 40 Tage vor Ostern. Und wenn Ostern erst spät im April gefeiert wird, wird Karneval noch im März gefeiert. Die fünfte Jahreszeit endet aber immer vor dem astronomischen Frühlingsanfang, der um den 20. März gefeiert wird. Das spätmöglichste Datum für Aschermittwoch ist nun mal der 10. März. Wie lange die Karnevalssaison dauert hängt also vom Osterdatum an. Termin für Fasching. Der wichtigste Tag in der Faschings bedingten Fünften Jahreszeit ist vieleorts übrigens der Rosenmontag.

Fünfte Jahreszeit muss nicht immer die Faschingszeit sein

Nicht für jeden und überall ist die Faschingszeit die fünfte Jahreszeit. Allgemein wird damit ein Zeitraum bezeichnet, der von mehreren Tagen bis mehreren Wochen dauern kann, und der dabei den Lebensrhythmus vieler Menschen sehr stark beeinflusst, wie es sonst eben der Wechsel einer Jahreszeit tut. Während in Karnevalshochburgen Fasching für viele Menschen die fünfte Jahreszeit sein kann, kann es in anderen Regionen ein Volksfest sein.

Hier einige Beispiele für fünfte Jahreszeiten:

Während in den Karnevalshochburgen Karneval, Fasching bzw. Fastnacht als fünfte Jahreszeit angesehen wird, gilt im sächsischen Erzgebirge die Adventszeit und die Weihnachtszeit als fünfte Jahreszeit. Und in Paderborn wird im Juli das Liborifest gefeiert. Dieses Fest dauert neun Tage und erinnert an die Überführung der Reliquien des Heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn. Für viele in Paderborn ist dieses Fest, wenn es auch nur neun Tage dauert, die fünfte Jahreszeit.

In Bayern hingegen gibt es die Starkbierzeit, diese dauert über die gesamte Fastenzeit an, liegt also in dem 40tägigen Zeitraum des Fastens und Betens zur Vorbereitung auf Ostern. Diese Starkbierzeit als fünfte Jahreszeit liegt also im Anschluss an den Zeitraum des Karnevals.

Je nach persönlicher Vorliebe, schließlich kann man auch als in Bayern wohnender Mensch ein Karnevalist sein, kann man also durchaus mehrfach eine fünfte Jahreszeit feiern.