Höhepunkt des Braunschweigers Karnevals ist der große Umzug, der am Sonntag vor Rosenmontag stattfindet. Dabei ist der Schudovel, wie dieser große Karnevalsumzug genannt wird, wohl der größte Karnevalszug in Norddeutschland. Dies bezieht sich wohl auch auf seine Länge von etwa sechs Kilometern.

Dabei hat das närrische Treiben in Braunschweig keine durchgängige alte Tradition. Erst im Jahr 1979 fand eine Wiederbelebung statt und zwar angeregt durch einen Kinderkarnevalsumzug. Eine durchgehende Karnevalskultur seit alter Zeit gibt es in Braunschweig zwar nicht, allerdings versucht man mit der Bezeichnung Schoduvel für den großen Zug am Sonntag durchaus eine Brücke in die alte Zeit zu schlagen.

Immerhin kann man in Braunschweig spätestens 2019 auf 40 Jahre Karnevals Tradition zurückblicken.

Und der Zug hat sich entwickelt. Waren es im Jahr 1984 etwa 50.000 Jecken, die die Straßenränder säumten, sind es heute mehr als 150.000. Anfang der 1990er Jahre sollen es sogar mehr als 200.000 Zuschauer in Braunschweig gewesen sein und 2014 gab es einen Rekord mit mehr als 300.000 Zuschauern.

Drei Symbolfiguren in Braunschweig

Neben dem Scheuchteufel (Schodvel) gibt es noch zwei weitere Symbolfiguren zum Karneval in Braunschweig und zwar den Erbsenbär und den Frühling.

Größter Karnevalszug Norddeutschlands

Mit sechs Kilometer Zuglänge ist der Braunschweiger Schoduvel wohl der größte Karnevalszug Norddeutschlands. Nach Köln, Düsseldorf und Mainz rangiert er in Deutschland der Länge nach auf Platz vier der Umzüge zu Fasching.

Schoduvel 2017

Motto des Schoduvel im Jahr 2017 war: Helau – wir tun es allen kund: Der Schoduvel bleibt frei und bunt! – Mit etwa 150.000 Besuchern und 5.000 Jecken als Teil des Zuges.

Das bedeutet Schoduvel

Schoduvel setzt sich aus den Worten düvel (mittelniederdeutsches Wort für Teufel) und scho für scheuchen zusammen. Schoduvel bedeutet also so viel wie scheuch den Teufel, man kann es auch mit Schaulaufen des Teufels übersetzen.

Mit Schoduvel wird ein alter Brauch bezeichnet bei dem durch Lärm, Verkleidung und auch schreckenerregendem Auftreten die bösen Geister der Kälte, des Todes und der Gefahr verscheucht werden sollen.

Seit dem Jahr 2005 wird der Karnevalsumzug in Braunschweig zudem mit dem Begriff Schoduvel eng verbunden. Das Wort schoduvel findet sich dabei sogar in einem Eintrag im Braunschweiger Stadtbuch aus dem Jahr 1293 wieder.